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Wie komme ich zu einem landwirtschaftlichen Betrieb?

Der Einstieg in die Landwirtschaft oder die Übernahme eines Hofes ist immer eine individuelle Angelegenheit. Selten laufen zwei Existenzgründungen oder außerfamiliäre Hofübergaben gleich ab, weswegen es auch kein für jedermann passendes Grundrezept für den Einstieg oder die Übernahme gibt. Wir können einige mögliche Wege in die Existenzgründung unterscheiden und stellen hier exemplarisch einige Möglichkeiten vor. Diese unterscheiden sich bezüglich zeitlicher, sozialer und finanzieller Rahmenbedingungen.

 

Welche Unternehmensform passt zum zukünftigen Betrieb?

Wenn Sie den Hof alleine oder zu zweit führen wollen, stellt sich die Frage nach der Unternehmensform meistens nicht. In Österreich werden die meisten Höfe als Einzelunternehmen, gemeinsam als Ehepaar oder von Familienangehörigen als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GesbR) geführt. Wenn Sie allerdings planen, den Hof gemeinsam mit mehreren Personen als Gruppe zu führen, stellt sich die Frage nach der geeigneten Rechtsform. Eigentum und Bewirtschaftung sind zu unterscheiden. Als Beispiel: Eine Gruppe junger BäuerInnen organisiert sich als GmbH und ist zugleich EigentümerIn und BewirtschafterIn eines Hofes. Genauso gut kann sich aber der Hof im Eigentum einer Stiftung befinden, die einen Nutzungsvertrag mit der GmbH abschließt, zu der sich die Gruppe zusammengeschlossen hat.

Im Folgenden stellen wir Unternehmensformen vor, die für die Organisation eines landwirtschaftlichen Betriebes in Frage kommen.

Wie kann ein Hofnachfolgeprozess ablaufen?

Jede Hofnachfolge ist ein einzigartiger Prozess, der individuell ganz unterschiedlich wahrgenommen und bewertet wird. Viele Informationen auf dieser Website betreffen die eigentliche Hofübergabe in ihrer rechtlichen und finanziellen Dimension. Ein Hofübergabeprozess beginnt aber bereits sehr viel früher mit ganz persönlichen Überlegungen über eigene Lebensziele, mit offenen Gesprächen mit nahestehenden Menschen über Zukunftspläne und geht erst allmählich in eine aktive Suche nach dem geeigneten Hof über. In der Broschüre „Außerfamiliäre Hofnachfolge in Österreich“ der Landjugend Österreich (Name, 2017) wird der außerfamiliäre Hofnachfolgeprozess in vier Phasen beschrieben.

Tabelle 1: Die vier Phasen der außerfamiliären Hofnachfolge (Quelle: Landjugend Österreich, 2017)

Phase 1 – Klärung Phase 2 – Suche Phase 3 – Rahmenbedingungen schaffen und klären Phase 4 – Abschluss der Hofnachfolge
Übergebende Übernehmende Übergebende Übernehmende beide beide
persönliche und innerfamiliäre Vorstellungen und Möglichkeiten persönliche Vorstellungen und Möglichkeiten potentielle Nachfolgende potentiellen Hof und passende Übergebende Probezeit, Finanzierung, Definition wichtiger Vertragspunkte Vertragsabschluss und weitere Schritte